The Black Mermaid

Nach Sichtung der Stoffkisten steht fest, ich näh mir ein schwarzes Fishtail Outfit. The Black Mermaid

Jetzt ist nur die Frage, mach ich es schön, opulent und rüschig, also richtig Wedel-Kitschgruftig oder geh ich in die leicht zerfledderte Richtung mit Tüllschichten und Rüschen und viel Gefranse?

Zur Kitschversion fällt mir noch nicht wirklich ein Hut ein, das würde irgendwas Fascinator artiges mit Feder werden. Zur Fledder-Version würde dann wahrscheinlich – so ich an genug bezahlbare Federn komm und es hin bekomme – eine Federn-Iro auf meinen Kopf kommen.

Was meint ihr, Kitsch oder Fledder?

An der schönen blauen Donau

Übers Wochenende waren wir in Wien. Wien ist unheimlich schön, auch wenn wir wieder mal nicht viel davon gesehen haben. ;)

Anlass des Besuchs war der 112. Zuckerbäckerball in der Hofburg. Seit ich ein Kind war wollte ich immer schon auf einen echten Wiener Ball gehen. Jahr für Jahr hab ich mir gebannt die Opernballübertragung angesehen und davon geträumt, auch mal mitzutanzen.
Diesen Traum hab ich mir jetzt erfüllt. Zwar nicht mit dem Opernball – der ist a) zu teuer und b) total überfüllt – aber eben mit dem Zuckerbäckerball.

Es war ein unglaubliches Erlebnis. Die Hofburg ist eine grandiose Kulisse und die Wiener Balltraditionen sind eine Klasse für sich. Die Atmosphäre ist einzigartig. Hach… ich könnt einfach immer weiterschwärmen.
Es gab so viel zu entdecken, die prämierten Torten für den Award, die ganzen Räumlichkeiten, die Schaubäckerei – in der man Brioche-Kipferl und Pralinen kosten konnte. Ich konnte ein Schokoeclair und eine mit Schokoladencreme gefüllte Praline ergattern und zu später Stunde die Bäcker überreden mir eine Brioche-Katze zu backen. In der Tombola konnte man Torten und anderes gewinnen – jedes Los gewann – und wir gingen mit drei Kuchen und einem Kochbuch nach Hause. Um halb drei beim großen Tortenregen hab ich mich auch genug gestreckt und noch einen Ballon ergattert. Das war dann schon fast Krieg auf der Tanzfläche.
Insgesamt war der Abend unheimlich kurzweilig und ging viel zu schnell vorbei. Ich hoffe, dies war nicht mein letzter Wiener Ball.





















Die Debütanten kommen in den Saal






Kronleuchter im Festsaal

Massenauflauf beim Tanzen










Der Raum mit unseren Sitzplätzen
Meine Brioche-Katze
Die Pralinenfee beim machen der Eclairs





































 
Für den Ball hatte ich mir ein Kleid genäht. Rote Ikeaseide gepaart mit einem Butterick Retro Schnitt und einem *etwas* voluminösen Fluff unten drunter gab dann dieses Ergebnis.
Mit an die 50er angelehnten Frisur und Make Up fühlte ich mich doch ganz hübsch und dem Anlass entsprechend.



















 















 

Kunst im Museumsquartier

Müde Gestalten auf dem Heimweg
Wien bei Nacht


Wien bei Nacht





























Die weiteren Tage verbrachten wir mit unseren lieben Gastgebern, den Petronis, ganz gemütlich. Ich kann den beiden nicht genug danken, es war einfach toll bei Ihnen. Freitag war ausschlafen und rumgammeln angesagt mit einer abendlichen Aufführung des petronischen Heimkinos. Dabei hab ich wieder gemerkt, dass ich dringend an meinem Englisch arbeiten muss. Filme im Originalton sind sehr anstrengend…..

Samstag folgte der obligatorische Ausflug nach Kritzendorf zum Müller. Ich wollt ja eigentlich NUR Blusenstoff und Vlieseline kaufen. EIGENTLICH… Letztendlich bin ich mit ein paar Sachen mehr rausgestiefelt. z.B. einem Ballen Duchessesatin in schwarz. Aber bei einem Meterpreis von 3 €, der sich dann noch auf 2,30 verringert hat, weil ich den ganzen Ballen genommen hab… Wer könnte da schon widerstehen? Des weiteren wanderten noch einige Rollen Knöpfe – kann man ja immer brauchen, grün schwarzer Streifentaft, Blusenstoff, Dirndlstoff, ein paar Meter Wolle für einen Belted Plaid und noch diverse andere Stöffchen in meinen Einkaufswagen. Trotzdem hat sich der Ausflug gelohnt, ich hab jetzt wenigstens ein paar Pläne fürs WGT, inklusive der dazugehörigen Stoffe. ;)

Abends gings dann noch in den Viper Room, damit wir auch mal die Wiener Szene ein bissl kennen lernen. War gar nicht mal schlecht, der Abend hat mir viel Spaß gemacht.

Sonntags gings dann leider wieder gegen Heimat, irgendwie wär ich gern noch in Wien geblieben. Alwa, Mike und Frau Momo sind einfach super. Andererseits… die Sehnsucht nach meinem Ratpac war dann doch schon sehr groß. Wahnsinn wie man die Fellnasen vermissen kann.

Zuschneiden ist ja fast Mathe



Jedenfalls fühlte es sich ein bissl so an, wie wir da alle mit dem Geodreieck rumgefuhrwerkt haben.

Aber von Anfang an. Der Kurs wird von einem Profi geleitet und so gehen wir auch an das Dirndl dran. Nix mit irgendwie aufmalen, Nahtzugaben pi mal Daumen und dann zuschneiden, nein…


Stoff sauber glattziehen, fadengerade ausrichten, Anfangslinien ausmessen und anzeichnen, Schnittmuster aufstecken, anzeichnen, Nahtzugaben anmessen und aufzeichnen. Alles genau und möglichst präzise.
Dann die zugeschnittenen Futterteile auf die nächste Schnittlage pinnen, zuschneiden und das bitte bei Bügeleinlage, Rosshaar und Oberstoff. Wobei der Oberstoff Mustergenau ausgerichtet wird und auch sauber hingezogen.



Als nächstes Oberstoff mit Einlage verbügeln, alle Teile aufeinander legen und stecken. Wieder möglichst präzise und sauber.
Anschließend wird geheftet. Alle Teile zusammen mit kontrastierendem Nähgarn, möglichst flach am Tisch und in nicht zu großen Abständen. Bei vier Lagen gar nicht so einfach….

Das war der Erste Teil. Hausaufgabe war, alles zusammenzuheften. Ich hab alsFleißaufgabe zuhause noch ein zweites zugeschnitten…. ;)

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen



Ich hab den Verdacht, dass so irgendwie gar nix weiter geht. Ich habs geschafft drei Stunden Nähkurs mit Heften und Bügeln zu verbringen.


Dieses Mal wurde das Oberteil so weit vorbereitet, dass wir es beim nächsten Mal auf Figur stecken können. Praktisch hieß das, dass wir alle Nähte mit der Hand fest zusammen geheftet haben, inklusive der Abnäher. Gar nicht so ohne mit den vielen Lagen und der Einlage.

Anschließend konnte ich noch meine Schürze so weit vorbereiten, dass ich zuhause mit dem Reihen anfangen kann. Also säuberlich umbügeln, Mustergenau stecken, Reihband aufstecken und festzackeln.
Beim anzackeln hat es mir dann prompt erst mal alles verschoben und ich durfte die komplette Naht auftrennen und neu machen. Grad das auftrennen von Zickzack ist ja ein besonderer Spaß. 


Jedenfalls heißt es dieses Mal als Hausaufgabe Handreihen – 7 Reihen – und das zweite Mieder so weit vorbereiten, dass auch dieses gesteckt werden kann. 

 


 

Es war einmal…


…der Wunsch nach einem Dirndl. Nach einem richtigen, traditionellen, schönem Dirndl. Keinem Wiesenfetzen, keinem billig geschnürtem Schnick-Schnack Teil und vor allem nach einem, das passt. Einem, mit einem knöchellangem Rock, aus gutem Stoff für besondere Anlässe.
Woher nehmen? Anfertigen lassen wär zu teuer, kaufen sowieso keine Option und selbermachen… na ja, ich hab ja keine Ahnung. Ich bin ja schon durch die Anleitung in der Dirndl Revue – die zugegebenermaßen ziemlich minimal ist – nicht durch gestiegen.

Also fasste ich den Entschluss, einen Nähkurs zu besuchen. Den ersten Versuch musste ich leider absagen, der fiel genau in unseren Umzug und da hätt ich ja nun wirklich nicht die Zeit dazu gehabt.
Also hab ich mich entschieden, den Kurs Anfang diesen Jahres zu machen. Ausgewählt habe ich dazu einen aus dem ChiemgauerTrachtenheimatwerk, da ich von diesen bisher nur Gutes gehört habe.
Einziger Nachteil, man muss die Stoffe vor Ort über sie beziehen. Was nicht wirklich günstig ist. In meinem Fall war ich dann doch mal so locker flockig 500 € los. Hat sich im Endeffekt zwar gelohnt, ich hab wirklich schöne Stoffe bekommen, aber das ist schon nicht wenig Geld….

 
Ich habe mich entschieden ein Dirndl aus Wollsatin mit Seidenschürze zu nähen. Meine Wahl fiel daher auf einen dunkellila Wollsatinjaquard mit Blümchenmuster, einfachen schwarzen Wollsatin für den Stoff und eine Halbseide im Ausseer Muster in grün-lila. Sehr klassisch, sehr schön und zufällig genau DIE Modefarben des Dirndljahres 2013.

Verziert wird das ganze mit einer bereits fertig gelegten Rosmarinrüsche aus lila Samt. Die war so hübsch, die musst ich haben. Der Rücken und die Einfassungen werden mit schwarzem Satin paspoliert und der Verschluss wird mit Haken und Augen gemacht.


Beim Schnitt hab ich mich für die Miedervariante mit angesetzten Trägern entschieden, die sich von den Historischen Schnürmiedern ableitet. Das passende Schnittmuster ist im Kurs inbegriffen und wird von Frau Hartmann erstellt.

Und nun harren wir mal der Dinge die da kommen. Und vor allem freu ich mich darauf, zu erfahren, wie ein Profi arbeitet. Bisher hab ich ja nur so munter vor mich hin gepfuscht.

Ballvorbereitungen

Nächste Woche ist ja schon Ball.... Huch!

Also mal schnell an die Maschine geklemmt, ich muss ja noch das Kleid nähen. Angefangen hab ich schon.



Derweil hab ich mal meinen ganzen Klimperkram zusammengesucht, den ich die letzten Monate so bei Trödlern, auf Etsy und so zusammengesucht habe.

Da wäre zum einen eine kleine, Perlenbestickte Handtasche, genau passend groß um die wichtigen Dinge hinein zu bekommen. Optisch und laut Beschreibung ist sie sogar original 50er.



Das nächste ist eine kleine Klemmbügelbörse aus falscher Schlange. War ein Zufallsfund bei meiner Lieblingströdlerin und ist für so einen Anlass um Ecken besser als mein sonstiger Monstergeldbeutel.
                                                             






Bei ebay hab ich noch einen netten kleinen Zelluloid/Kunststoff Fächer aufgetan. Auch angeblich original 50er. Auf alle Fälle praktisch und optisch nett. ;)
Und er passt perfekt in die Tasche!


Der letzte Schnapper waren zwei hübsche Kämme aus den 50ern. Kunststoff mit schwarzen Perlchen bestickt. Damit Frau auch ein bissl Bling in den Haaren hat. ;)

Ruffle Mayhem the second...

Ich habe es besiegt! Der Fluff ist fertig.

Ich habe verarbeitet:

2,5 m Taft
4 m Softtüll
4 m Tüll
ca. 400 yd Tüllstreifen
Massig Nähgarn
20 Tassen Kaffee
Viiiiiiele Nerven



Der Ursprungsplan war ein einfaches Stufenröckchen in mehreren Lagen. Also hab ich angefangen, Tüllbahnen zu ruffeln und aneinander zu nähen. Das hieß, dass ich erst mal jede Menge schwarze Wolken im Zimmer hatte....
Leider hat das nicht ganz so funktioniert. Die fünfte Rüsche hat schon fast 100 yards gefressen, also musste ich umdenken.
Ich hab oberen Stufen noch mal abgetrennt und eine glatte Stufe eingenäht. Auch unten hab ich einfach noch eine glatte Stufe angenäht. So hab ich zumindest eine Stufe in ausreichender Länge erhalten.

Als nächstes hab ich einen Bahnenrock aus schwarzem Taft genäht und das ganze mit mehreren Rüschenbahnen besetzt. Zusätzlich hab ich darin noch zwei Tunnel eingefügt um eventuell noch zwei Reifen einzusetzten. Um daraus eventuell noch einen kleinen Reif machen zu können.


Über das Rüschenfluffmonster hab ich dann die eine Rüschenlage genäht und schließlich noch zwei Tüllteller drüber gelegt um das ganze etwas zu glätten und später die Seide nicht ganz so arg anzurauhen.



Getragen wirkt das ganze sehr, sehr fluffy und macht sich sicher gut unter dem Ballkleid.





 
Auf diesem Bild lehnt das ganze an meinem Bügelbrett... 


Und ich hatte fleißige Hilfe, Krümelchen liebt schwarze Wolken.



Ruffle Mayhem

Das neue Jahr ist angebrochen, ich brauch am 17. ein Ballkleid und was mach ich?


Blogposts schreiben... ;)


Aber im Moment hab ich irgendwie grad genug von der Näma. Ich näh seit Tagen nix anderes als Tüllrüschen... Rüschen aneinander, Rüschen auf den Unterrock... Rüschen, Rüschen, Rüschen.
Da muss man wahnsinnig werden. *soifz*
Aber ein 50s Ballkleid braucht nun mal ein bissl Fülle. Daher bastel ich halt mal ein plüschiges Röckchen. ;)
Und ich bisher hab ich das ganze so gebaut, dass ich später noch zwei Reifen einziehen kann, um einen kleinen Reifrock draus zu machen. Ich kann nicht immer mit meinen zwei Monstern auftauchen.

Bisher hab ich eine Lage Tüll-Stufen-Monster genäht und einen Taft-Bahnenrock mit jeder Menge applizierter Rüschen.
Als nächstes werd ich die beiden Teile verheiraten, noch ein, zwei Tellerlagen drüber drapieren und dann ist zumindest dieses Teil fertig.

Also, auf in den Rüschenkampf...